Eine Idee wird zum Event

Mehr als ein Jahrzehnt lang hatte der Klagenfurter Johann Rosenzopf für seinen Traum der ersten Olympischen Jugendspiele gekämpft. Was im Februar 1998 begann, wurde tatsächlich zum weltumspannenden Event. Ein Rückblick. Von 1998 bis 2010.

Bereits im Jahre 1998 hatte der Klagenfurter Johann Rosenzopf erstmals die Idee, Olympische Jugendspiele - ähnliche der Olympischen Spiele - weltweit ins Leben zu rufen. Ziel war es, der Jugend dieser Welt ein attraktives und perfekt auf sie zugeschnittenes Sportevent zu bieten. Die Veranstaltung solle, so Rosenzopf damals, anstelle der zu dieser Zeit bestehenden "World Youth Days" ins Leben gerufen werden, da diese nicht mit dem olympischen Gedankengut und der Faszination gleichzusetzen seien.

Seiner Idee gab Rosenzopf den Namen JUNOL (als Synonym für Junior Olympics) und kreierte den Schriftzug im olympischen Design (fünf runde Buchstaben in den Olympischen Farben) - um dem Event eine starke Marke mit Wiedererkennungswert zu geben. Die Marke wurde von ihm patentrechtlich geschützt.

Am 13. März 1998 präsentierte Johann Rosenzopf seine Gedanken in einem persönlichen Gespräch in den Räumlichkeiten von Casinos Austria am Wiener Dr.-Karl-Lueger-Ring dem damaligen ÖOC-Präsidenten Leo Wallner und damaligen ÖOC-Generalsekretär Heinz Jungwirth. "Und beide haben meinen Vorschlag damals mit Begeisterung aufgenommen", so Rosenzopf.

In einem Brief bedankte sich Wallner im Mai 1998 bei Johann Rosenzopf für die Informationen über JUNOL und betonte, sich zu freuen, "wenn sich österreichische Sport- und Olympia-Interessierte kritisch mit dem Themenkomplex 'Olympia' auseinandersetzen und eigene Ideen hervorbringen". Im Oktober 1998 schließlich wurde Rosenzopfs Vorschlag vom ÖOC an das Internationale Olympische Komitee (IOC), damals durch Präsident Juan Antonio Samaranch vertreten, weitergeleitet. (der Brief ist unter dem Menüpunkt "Wie alles begann" zu finden).

Zudem trat Rosenzopf mit vielen Mitgliedern der damaligen Bundesregierung und unzähligen Politikern und Funktionären in Kontakt, um für seine Idee zu werben. All diese Aktivitäten sind durch entsprechendes Briefmaterial dokumentiert.

IOC-Sportdirektor Gilbert Felli ließ jedoch in einem Brief im Dezember 1998 ausrichten, dass man seitens des IOC nicht an Olympischen Jugendspielen interessiert sei - dazu nannte er drei Gründe: Es gebe bereits die "World Youth Days", der Kalender sei längst voll mit Sportveranstaltungen und alle durch Olympische Jugendspiele anfallenden Kosten würden die Nationalen Olympischen Komitees überfordern.

Auch der damalige ÖOC-Generalsekretär Heinz Jungwirth teilte Rosenzopf in einem Schreiben am 3. Dezember 1999 mit, "dass weder die olympische Bewegung noch der Terminkalender der Fachverbände weitere Veranstaltungen aufnehmen wollen oder können."

Johann Rosenzopf kämpfte jedoch weiter für seinen Traum der ersten Olympischen Jugendspiele und unternahm im Jahre 2001 einen weiteren Anlauf: Per Brief kontaktierte er am 30. Dezember den in der Zwischenzeit neugewählten IOC-Präsidenten Jacques Rogge. Als Reaktion auf Rosenzopfs Vorschläge flatterte am 3. Februar 2002 neuerlich ein Brief von IOC-Sportdirektor Gilbert Felli beim Klagenfurter ein - mit den bereits bekannten Argumenten. Der Terminkalender sei bereits voll mit internationalen Sportevents und das IOC strebe nicht die Entwicklung neuer Events an.

Dennoch "opferte" Johann Rosenzopf auch in den Folgejahren einen Großteil seines Privatlebens, um Stimmung für seine Vision zu machen. Viele Fotos zeigen noch heute, wie Rosenzopf jahrelang in aller Welt für seine Vision die Werbetrommel rührte. (siehe Bildgalerie rechts)

Der Knalleffekt erfolgte schließlich am 5. Juli 2007, als die IOC-Mitglieder unter der Führung von Jacques Rogge in Guatemala die Einführung von Olympischen Jugendspielen ab dem Jahr 2010 beschlossen. Rogge wurde als großer Initiator und Ideengeber gefeiert. Und die Nachricht machte die Runde, wonach er 2001 diese Idee geboren hätte. (wobei das IOC - siehe oben - bereits im Jahre 1998 mit Johann Rosenzopf in Kontakt war…)

Johann Rosenzopf leitete schließlich mithilfe des Lausanner Anwalts Ralph Schlosser rechtliche Schritte gegen das IOC und Herrn Rogge ein. Das Verfahren wurde auch von zahlreichen Medien wie der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", "Spiegel", "Süddeutsche Zeitung", "Kronen Zeitung", Hitradio Ö3, "Sportwoche", "Kleine Zeitung", "Österreich", "Kärntner Tageszeitung", der "Presse" und der "Tiroler Tageszeitung" begleitet.

Das Durchhaltevermögen von Rosenzopf und Schlosser erwies sich schließlich als Erfolg. War das IOC zunächst nur zu einem formalen, knappen Zugeständnis bereit, so erhielt Rosenzopf im November 2010 die schriftliche Bestätigung von IOC-Präsident Jacques Rogge, "einen wertvollen und bedeutsam Impuls und Beitrag", olympische Jugendspiele ins Leben zu rufen, erbracht zu haben. Damit ist das gerichtliche Verfahren vorerst abgeschlossen.

Zur Person: Johann Rosenzopf
Johann Rosenzopf, geboren am 22. April 1939 in Klagenfurt, war mehr als vier Jahrzehnte bei der KELAG (Kärntner Elektrizitäts AG) tätig, ehe er 1995 in den Ruhestand ging. Seit jeher war der Sport eine große Leidenschaft in seinem Leben. 365 Tage im Jahr ist er noch heute - als Privatperson - in Sachen Sport unterwegs.

Vielen Sportlern und Sportjournalisten ist sein Gesicht gut bekannt, mit vielen verbindet ihn auch eine Freundschaft. Rosenzopf bereiste knapp 200 Formel-1-Grand-Prix in aller Welt und ist bis heute ein ständiger Gast bei großen Sportevents in Europa. Die "Kärntner Tageszeitung" nannte ihn ob seiner Sportaffinität und seinen Visionen auch schon den "Sportphilosophen". Rosenzopf ist Vater zweier Söhne, Reinhold und Christian.