Wie alles begann

In einem Brief an den damaligen IOC-Präsidenten Juan Antonio Samaranch präsentierte Johann Rosenzopf im Oktober 1998 erstmals seine Vorschläge dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC). Hier nun der Original-Wortlaut aus dem Brief:

 

Klagenfurt, 12. Oktober 1998

Betreff: Olympiade der Jungen Generation


Sehr geehrter Herr Präsident!

Olympia ein Mega-Ereignis, aber leider jahrzehntelang ohne neue Impulse. Was das IOC betrifft, müsste das Angebot hinsichtlich Olympia-Events unbedingt erweitert werden. Zum Beispiel als zweites Standbein - Olympia für die Junge Generation bis 19 Jahren, weltweit. Sozusagen eine Junioren Olympiade kurz JUNOL genannt, möge einerseits als Sommer- sowie andererseits als Winterolympiade zur Durchführung kommen. Ein Blick in die Vergangenheit aber zeigt, dass diese Generation bezüglich solcher Ereignisse bis dato unterversorgt geblieben ist.

Natürlich gibt es diverse größere Ereignisse, ob sie nun Europäische Jugendtage, Jugendweltspiele, Juniorenweltmeisterschaften und dergleichen heißen, welche für meine Begriffe im äußersten Falle in die Kategorie „Veranstaltungs-Hickhack“ gereiht werden könnten, - durchwegs Experimente, die keinerlei Aussicht auf dauernden Erfolg haben - da sie jegliche klare Identifikation hinsichtlich des olympischen Gedankens vermissen lassen. JUNOL - Name patentrechtlich geschützt - hingegen verfolgt eine völlig andere Strategie,  mit welcher der Jungen Generation weltweit ein attraktives und klar definiertes Marken-Event präsentiert bzw. der Institution Olympia ein neues Erscheinungsbild verliehen wird. Die Schwelle des dritten Jahrtausends könnte hiefür der richtige Zeitpunkt sein.

Bei Zustandekommen von JUNOL, würde sich im Hause Olympia vieles schlagartig ändern, hätte man doch ein Marken-Event, von dem die Junge Generation vielleicht schon lange geträumt hat. Diese Veränderung würde einer Plafondierung höchsten olympischen Gedankengutes gleichzusetzen sein. Hinsichtlich Durchführungsmechanismen müssten gegebenenfalls neue Richtlinien geschaffen werden.

So sehr die Junge Generation unserer Zeit auch im Mittelpunkt steht, sowenig aber ist diese durch ein ihr zustehendes Großereignis weltweit vertreten. Dieser Vorschlag verdiene sich schon allein aus Fairnessgründen gegenüber der Jungen Generation ein positives Echo, da sie einfach ein Anrecht darauf hätte, ihre eigene Olympiade zu erhalten. Denn mit JUNOL bekäme die Junge Generation ein Instrument in die Hand, mit dem sie sehr bald, gut umzugehen imstande wäre.

Allein der Name JUNOL und die Art seiner Präsentation würde weltweites Aufsehen bzw. Faszination ungeahnten Ausmaßes hervorrufen. Durch das zweite Standbein könnte man geradezu gestärkt in die Zukunft blicken, da auch ein völkerverbindender Aspekt hiebei voll zum Tragen käme.

JUNOL könnte des Weiteren zu einem Garant einer neuen olympischen Dimension avancieren bzw. als Impulsgeber neuer sportlicher Zielsetzungen im neuen Jahrtausend dienen. Was die Erfolgsaussichten von JUNOL anbelangt, bräuchte man keinerlei Befürchtungen hegen, schließlich stellt man sich in den Dienst eines tollen Events. Durch dessen Existenz könnte sich das IOC fortan gleich zweier Flaggschiffe - namens trad. Olympiade und JUNOL - auf einmal bedienen, um damit in den Ozeanen des Olympischen Sports zu kreuzen. Jedenfalls würde die Junge Generation förmlich vor Stolz geplagt sein, bei einem Event wie JUNOL im Vordergrund zu stehen. In diesem Zusammenhang sei noch erwähnt, dass JUNOL keinen wie immer gearteten Einfluss auf die Gepflogenheiten einer trad. Olympiade ausüben, sondern lediglich als zweites Standbein innerhalb der Institution Olympia verstanden werden möchte. Im Gegenteil, die Existenz  JUNOL’s würde die große Olympia noch attraktiver erscheinen lassen.  

Durch die Verwirklichung von JUNOL könnte sich das IOC neue Glanzlichter im dritten Jahrtausend aufsetzen. Grundsätzlich soll eine Sommer- bzw. Winter-JUNOL im Zweijahrestakt und zwar in geraden Jahren zur Durchführung kommen.



Mit freundlichen Grüßen,
Hans Rosenzopf